69. Traubenblütenfest in Westhofen Die Festbesucher ließen sich von dem Unwetter nicht allzu sehr beeindrucken

Das Traubenblütenfest war trotz wechselhaftem Wetter gut besucht. Fotos: Jannik Reinecke/ Die Knipser

Die Krönung
Drei Wochen nach Pfingsten war es endlich so weit. Auf Grund des RLP-Tages in Worms, eine Woche zuvor, konnte das 69. Traubenblütenfest in Westhofen mit einer Woche Verspätung starten. Zur Krönung wurden die neue Traubenblütenkönigin Elena I. und ihre Prinzessinnen Sonja und Laura von zuhause abgeholt. Von dort aus wurden sie bis zum Kelterstein vor der Kellergasse vom KMV Osthofen und von Alyssa I. begleitet. Vor rund einhundert Zuschauern nahmen sie die Krönung vor. Zunächst richtete Alyssa ihre letzten Worte als Königin an die Westhofener. Ihr Dank galt

Die neuen und alten Traubenblütenmajestäten.

den vielen Westhofener Winzern, sowie den eigenen Familien, Freunden und Bekannten, die die Majestäten immer unterstützten. Das Jahr als Traubenblütenkönigin habe Spaß gemacht. Auf mehr als 59 Terminen hatten die Majestäten über 3000 Kilometer zurückgelegt, um Westhofen in der Fremde, aber auch 16 Mal in der Heimat zu vertreten. Das Weinfest am Pilgerpfad in Bechtheim, der Neujahrsempfang der Stadt Oppenheim 2018 in der Landskronhalle und die Eröffnung des Backfischfests 2017 waren nur wenige der vielen Veranstaltungen, die Alyssa I. besuchen durfte. Sie freute sich auf die guten Weine, die die Westhofener Winzer trotz der Wetterkatastrophe im vergangen August auf dem traditionellen Weinfest anbieten konnten. Der Abschied von der Krone fiel ihr schwer, trotzdem wünschte sie Elena I. genauso viel Spaß. Mit dem Satz: „Ein Glas sobald es leer, macht keine echte Freude mehr“, beendete Alyssa ihre Regentschaft und übergab anschließend die Krone an Elena. Diese wiederum freut sich darauf, die Westhofener Weine im kommenden Jahr repräsentieren zu dürfen. Ein Kindheitstraum sei in Erfüllung gegangen. Sie ist die erste Traubenblütenkönigin, die im 21. Jahrhundert geboren wurde. Allen Besuchern des Traubenblütenfests wünschte sie vier tolle Festtage. Zum Abschluss tanzte sie noch einen Walzer mit Herrn Wagner, bevor das Tor zur Kellergasse geöffnet wurde.

Das Fest
Natürlich waren zu dem Fest wieder einige Leute gekommen, um zu feiern. Auf dem Marktplatz hatten die Aussteller ihre Wagen aufgebaut. Neben Wein, Bier und Bratwurst waren auf dem Platz auch Karussells, Autoskooter und Schießbuden anzutreffen. Natürlich gab es auch Süßigkeiten zu ergattern. In der Kellergasse hatten verschiedene Winzer ihre Theken aufgebaut, wo sie noch bis Montag ihre Weine verkaufen konnten. Am Seebach ging das Treiben weiter, wo die Besucher neben dem Wein auch Pommes, Backfisch und Crêpes kaufen konnten. An jeder Stelle gab es Gruppen, die zusammen Spaß hatten das Fest zu feiern. Ein bisschen schade war, dass bereits zum zweiten Mal der Hof an der Letze geschlossen gewesen ist, wo vor zwei Jahren noch Live-Musik gespielt wurde, die etliche Menschen aus nah und fern anzog. Doch auch ohne Live-Band ließ sich das Fest gut feiern.

Der Umzug
Traditionell begann am Sonntag um 14 Uhr der Festumzug des 69. Traubenblütenfestes. Unter dem Motto „Zunft-Tage in Westhofen – Anno 1768″ fuhren über vierzig Zugnummern durch Westhofen. Der Start war in der Mainzer Straße. Von dort aus führte der Umzug vorbei am Marktplatz, entlang der Seegasse und kam über die Hobelsgasse am Markt wieder raus. Über die Wormser Straße kamen die Wägen und Fußgruppen in die Osthofener Straße, wo sie links in die Ostendstraße einbogen, um über die obere Blenz wieder auf die Mainzer Straße zu gelangen. Am Festplatz löste sich der Umzug wieder auf. In der ersten Hälfte des Umzugs waren die vielen Mottowagen zu sehen. So fuhr das Weingut Jürgen Weinbach als „Die Weinküfer“, der Westhofener Carneval Verein als „Die Maurer“ und die Schreinerei Ring und Freunde als „Die Schreiner“ mit. Neben verschiedenen Wagen gab es auch mehrere Fußgruppen, wie zum Beispiel die Kinder der Otto-Hahn-Schule, die angeführt von verschiedenen Lehrerinnen als Bäcker durch die Straßen tanzten. Zwischendurch spielten auch einige Musikgruppen. Darunter die Rheinhessen Drums aus Alzey, die Bodenheimer Schoppengarde, das

Auch der Umzug, der viele bunte und schöne Wagen zeigte, war gut besucht.

Wonnegauer Blasorchester Osthofen, der Musikverein Monzernheim und der Kirchenmusikverein Osthofen. Alle Musikvereine wurden von verschiedenen Firmen, wie zum Beispiel von StrassBurger Filter Westhofen, von Vera’s Haarstudio, von der Sparkasse Worms-Alzey-Ried und von der Volksbank Alzey-Worms, gestiftet. In der zweiten Hälfte des Umzugs kamen viele Weinmajestäten, angeführt von der neuen Traubenblütenkönigin Elena I. und ihren Prinzessinnen Laura und Sonja, mit schicken Autos durch die Straßen gefahren. Die Winzerkönigin Maria I. war mit ihren Prinzessinnen Christin und Laura da, aus Kirchheimbolanden kam Bierkönig Helmut I. vorbei und die rheinland-pfälzische Kartoffelkönigin aus Hamm, Sara I. waren ebenfalls dabei, wie die Dorn-Dürkheimer Kerbeprinzessin, die Rheinperlenkönigin, die Pfeddersheimer Marktfraa, die Dromersheimer Eisweinkönigin, sowie viele weitere. Abgeschlossen wurde der traditionelle Festumzug vom Deutschen Roten Kreuz OV Osthofen und von der Feuerwehr.

Die Kinder hatten viel Spaß beim Auffangen der Bonbons, sodass sie nachdem der Umzug in der Mainzer Straße vorbei war, nur 50 Meter weiter rennen mussten, um am Markt Richtung Wormser Straße die doppelte Ladung an Süßigkeiten abzufangen. Natürlich hat auch den älteren Besuchern der Besuch des Westhofener Traubenblütenfestumzugs eine große Freude bereitet. Auch VG Bürgermeister Walter Wagner ließ es sich nicht nehmen, in der Wormser Straße dem Umzug zuzuschauen.

Rundgang durch die Westhofener Unterwelt
Zum Abschluss der vier Festtage trafen sich die Westhofener am Eingang der Kellergasse, wo um kurz nach drei der Rundgang durch die Westhofener Unterwelt begann. Auch die frisch gekrönte Traubenblütenkönigin war gekommen, um den Gästen viel Spaß auf dem Abenteuer durch die Westhofener Keller zu wünschen. Sie warnte vor den Treppen und vor den teilweise engen und feuchten Gängen in den alten Gemäuern, wo für alle eine Verletzungsgefahr bestand. Die vielen Leute wurden in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt. Die Keller, die sie besuchten, waren das Schlößlein in der Wormser Straße, die Jahrhundertwende-Villa in der Osthofener Straße, die Kröhler Balla in der Mainzer Straße, die Spezereihandlung Koch in der mittleren Blenz, sowie der Türsturz aus der Kirche und das Hofgut am Feldweg in der oberen Blenz. Der Ursprung der Keller und Gebäude reichte teilweise bis ins Jahr 1607 zurück. Im Keller des Schlößleins war sogar ein Skelett zu finden, welches Jahrhunderte auf der rechten Seite vergraben gewesen sei, wenn man heute von Westhofen in Richtung Gundersheim fahre.

Das Wetter, welches sich von Zeit zu Zeit verschlechterte, war auch kein Abbruch für die Stimmung der Gäste, die teilweise aus Hessen angereist waren, um bei der Führung durch die Westhofener Keller dabei zu sein.

Text: Bjarne Dimmler / Presseagentur Die Knipser

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