Zeitumstellung: Ja oder Nein?

Viele Menschen sind genervt vom ewigen Hin und Her, denn seit 1980 wird in Deutschland zweimal pro Jahr die Uhrzeit umgestellt. Im März geht es um eine Stunde vor, im Oktober um eine Stunde zurück. Bei einer Online Konsultation der EU zur Abschaffung der Zeitumstellung im letzten Jahr, gingen allein drei Millionen von insgesamt 4,6 Millionen Stimmen, von Deutschen ein. Die „Zeitumstellerei“ sollte endlich ein Ende haben. Am Dienstag hat das EU-Parlament nun für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab dem Jahr 2021 abgestimmt. 410 Abgeordnete votierten in Straßburg dafür, 192 dagegen, 51 enthielten sich der Stimme.

Doch ist das nun das Ende der Zeitumstellung?

Allein das Votum des EU-Parlaments ist keine Vorschrift, sondern lediglich eine Empfehlung. Jeder Mitgliedstaat kann für sich selbst entscheiden. Auch die Entscheidung ob es nun Winter- oder Sommerzeit werden soll, wird auf nationaler Ebene gefällt.

Fällt die Zeitumstellung ab 2021 tatsächlich weg, dann muss sich nicht nur Deutschland für eine von zwei Optionen entscheiden: dunklere Vormittage im Winter oder kürzere Abende im Sommer. Deutschland favorisiert die Winter- oder auch Normalzeit, die ebenfalls in Osteuropa gilt. Doch wie viele Zeitzonen soll es denn nun in Europa geben? Die Hoheit darüber, welche Zeit wo gelten soll, behalten die einzelnen Nationalstaaten. Vor allem für den gemeinsamen Wirtschaftsraum Europa ist eine weitgehende Synchronisierung vorteilhaft. „Es wäre misslich, wenn man bei einer Fahrt von Norddeutschland über die Niederlande und Belgien nach Frankreich dreimal die Uhr umstellen muss“, erklärten die CDU-Abgeordneten Peter Liese und Dieter Koch, die sich beide gegen einen Fortbestand der Zeitumstellung aussprechen.

Doch was bedeutet das nun für unseren Alltag? Mal angenommen die „ewige Sommerzeit“ würde in diesem Jahr schon gelten, ginge am kürzesten Tag des Jahres, am 22. Dezember, die Sonne erst um etwa 9.20 Uhr auf. Davor: Dunkelheit und Dämmerung. Das würde bedeuten, dass etwa Kinder am Morgen einen gefährlicheren Schulweg hätten. Das könnte in der Konsequenz zu mehr Unfällen, zu mehr Verletzten und Toten auf den Straßen führen. Bei einer „ewigen Winterzeit“ jedoch verschwände die Sonne am längsten Tag des Jahres, dem 21. Juni, schon etwa um 20:40 Uhr hinterm Horizont, statt um 21:40 Uhr. Das würde bedeuten: Schluss mit den langen lauen Sommerabenden. In beiden beschriebenen Fällen käme es zudem zu einem vermehrten Energiebedarf und -verbrauch durch den längeren Einsatz von künstlicher Beleuchtung. Genau das aber, das Einsparen von Energie, war vor fast drei Jahrzehnten der Beweggrund, die Sommerzeit überhaupt einzuführen.

Text: Eva Kröning/ Presseagentur Die Knipser