Alles für die Familie

Foto: Jannik Reinecke/ Die Knipser

Es sind bewegte Wochen für die Familien in Rheinland-Pfalz. Erst kürzlich schafften es 30 000 Bürger, den Entwurf der Ampel Koalition zum Kita-Zukunftsgesetz mit ihren Unterschriften noch einmal auf die Tagesordnung des Landtags zu holen. Die rege Beteiligung an der Petition spiegelt das große Interesse, mit dem die Bürger das Thema verfolgen. Unter anderem deshalb pocht die CDU Fraktion auf eine Expertenanhörung. Wir berichteten. Gerade rechtzeitig also lädt die Elterninitiative Osthofen zum Vernetzungscafé in das Weingut Holzmühle.

Im letzten Jahr gründete sich die Elterninitiative, um ein Netzwerk zu knüpfen. So sollen die Interessen und Bedürfnisse der Eltern gebündelt werden. Das funktioniert im kleinen Rahmen innerhalb des eigenen Wohngebiets. „Gibt es schon Nachbarschaftsfeste?“, fragt Dr. Pia Müller in die Runde aus engagierten Müttern und Vätern. Doch insbesondere die systematischen Problemstellungen lassen sich nur im größeren Rahmen lösen. So entstand auch die „Mother Hood“ Organisation im Jahr 2014 auf Initiative einiger Eltern, die besorgt waren um die Sicherheit von werdenden Müttern und deren Kindern. Damals konnte durch eine ebensolche Interessenbündelung in Windeseile eine fatale Unterversorgung durch Hebammen noch einmal abgewendet werden, obgleich die Lage heute immer noch nicht besonders rosig aussieht. „Erst kürzlich wurde wieder ein Kind auf dem Standstreifen der Autobahn geboren!“, sorgt sich eine Mutter während ihre Tochter stolz das neueste Gemälde präsentiert. Auch die Versorgungslage durch Kinderärzte droht abzureißen. Die Anzahl der Kinderuntersuchungen, auch der verpflichtenden, nähme stetig zu, wohingegen die Ärzte weniger würden, stellen die Teilnehmer eine weitere Schieflage fest. Die Anwesenden kommen schnell auf die Benachteiligung von erziehungstätigen Eltern zu sprechen durch ein Sozialsystem, das auf Lohnarbeit basiert. Hier sind die Einkommen maßgeblich und da in der Vergangenheit überwiegend die Damen die Erziehungsarbeit leisteten, liegt ihre Rente häufig entsprechend niedriger. Dieses Defizit in der staatlichen Altersvorsorge soll behoben und die Frauen in die finanzielle Freiheit geführt werden, hat sich „Madame Moneypenny“ zur Aufgabe gesetzt.

An Alternativen zur Vernetzung fehlt es also nicht, auch in Osthofen selbst. Die Stadt kommt familienfreundlich daher. So gründete sich neben der Elterninitiative im letzten Jahr ebenfalls das Lokale Bündnis für Familien, das schon erste Schritte macht. Dr. Pia Müller hebt hier die Sparkasse als wertvollen Partner hervor. Sie bringt die Kontakte in die Wirtschaft und zeigt sich bisher sehr einsatzfreudig. Auch die Kooperation zwischen der Turngemeinde Osthofen und dem Stadtjugendring zur Aufrechterhaltung der Betreuung in der Ferienzeit wird lobend hervorgehoben. Sie wird auch über die allerersten Winterferien in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr wieder stattfinden. Nur die Sommerferien geben aktuell noch Anlass zur Sorge. Für zwei Wochen könne man die Wonnegauhalle schon in Beschlag nehmen, viel länger allerdings nicht, erklärt Gabi Naumann, die erste Vorsitzende der TGO. „Und wo kommen die Leute her?“, lenkt eine Dame das Gespräch von der Theorie auf die Praxis. „Da haben wir schon Personal, das sich bewährt hat. Uns fehlen einfach die Räume“, bringt Gabi Naumann das Problem auf den Punkt. Auch hier könnte das organisierte Networking künftig Abhilfe schaffen.

Zwar werden Kuchen und Heißgetränke serviert, doch gehen Themenvielfalt und Beitragsqualität über das Maß eines gewöhnlichen Kaffeekränzchen hinaus. Das Kita-Zukunftsgesetz, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die medizinische Versorgungslage und viele weitere Sachverhalte werden im Interesse der Erziehungsberechtigten beleuchtet. Während die Kleinen friedlich spielen, ahnen sie nicht, was ihre Eltern da so angeregt diskutieren. Doch wenn die Kinder mit dem nächsten Meisterwerk vorstellig werden, weiß jede Mutter und jeder Vater, dass es die Mühe wert ist. Engagierte Mitstreiter sind herzlich willkommen. Wer sich jetzt noch zuhause einsam in der Stube grämt, ist selbst schuld.

Text: Dennis Maus/ Presseagentur Die Knipser

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