Aus weiblicher Sicht Am Weltfrauentag wurde in der Gedenkstätte KZ Osthofen ein Rundgang mit Fokus auf die weibliche Rolle angeboten.

Foto: Mirco Metzler/ Die Knipser

Durch die Initiative sozialistischer Organisationen fand 1911 erstmals ein Frauentag in Deutschland statt. Nun, mehr als 100 Jahre später, wird der Internationale Frauentag am 8. März weltweit den Frauen gewidmet. Die Gedenkstätte KZ Osthofen lockte an diesem Tag einige Gäste durch ihre Tore, um ihnen die Bedeutung der Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus näherzubringen. Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz organisierte hierfür einen Rundgang durch das ehemalige KZ. Unter dem Thema „Das KZ Osthofen aus weiblicher Sicht“ stellte Martina Ruppert-Kelly, die Leiterin des pädagogischen Dienstes der Landeszentrale für politische Bildung, die Rolle der Frau im Nationalsozialismus vor. In dieser Einführung beschrieb sie ebenfalls, wie die Frauen Widerstand leisteten. Anschließend begann die Führung durch das KZ, welche in vier Stationen unterteilt war. Vor der Gedenkstätte waren vier Stühle aufgestellt, die jeweils vier Frauen zeigten, die selbst dort inhaftiert waren oder die Erlebnisse daraus zu erzählen hatten. Zitate der Frauen, sowie von anderen Zeitzeugen wurden von Mitarbeitern des pädagogischen Dienstes vorgelesen. Zur Erinnerung an sie legte man ihnen Rosen auf die Stühle. Am Appellplatz gedachte man den inhaftierten Frauen, die aus verschiedenen Orten, wie Worms, Mainz und Osthofen kamen. Frau Ruppert-Kelly erzählte noch die weiteren Lebenswege einiger inhaftierter Frauen. Die ehemaligen Schlafsäle der Insassen war die dritte Station. Hier erzählten die Rundgangführer*innen noch über männliche Insassen, wie es ihnen erging und wie auch die Familien darunter zu leiden hatte. Sie erklärten, dass Familien stigmatisiert wurden, ausgegrenzt und auch angefeindet.

An der letzten Station erfuhren die Besucher noch über Denunziationen, die Familienangehörige gegeneinander begingen. Anschließend konnten sich die Besucher noch die feste Ausstellung der Gedenkstätte anschauen. Frau Ruppert-Kelly stellte in Aussicht, dass dies nicht die letzte Führung dieser Art gewesen sei.

Text: Martin Winter/ Presseagentur Die Knipser