Der Literatursalon stellt „Das Birnenfeld“ von Nana Ekvtimishvili vor

Foto: Jannik Reinecke/ Die Knipser

Alle zwei Monate zum jeweils ersten Montag des betreffenden Monats trifft sich der Literatursalon im evangelischen Gemeindezentrum, wo eine Teilnehmerin ein Buch ihrer Wahl vorstellt. Diesmal war es „Das Birnenfeld“ von Nana Ekvtimishvili. Frau Olf erzählte über die Biographie der georgischen Autorin. Sie wurde am 09. Juli 1978 in Tilfis geboren. Nana Ekvtmishvili lebt in Berlin und in der georgischen Hauptstadt und studierte an der Filmuniversität in Potsdam-Babelsberg.

Der Roman „Das Birnenfeld“ wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Bei der Frankfurter Buchmesse stand er als Mittelpunkt des Landes Georgien, wodurch Olf auf diesen Roman aufmerksam wurde. Als nächstes stellte sie das osteuropäische Land vor, damit die Zuhörer eine Vorstellung davon haben. Nach der kam sie zum Roman, den sie sich im Vorfeld dreimal durchlesen musste, um ihn zu verstehen und ihn präsentieren zu können, wie Frau Olf nach dem Treffen sagte.

Das Buch, das zum Anfang der 90er Jahre kurz nach der Auflösung der Sowjetunion spielt, handelt von einem Mädchen Namens Lela. Sie lebt im Internat in Tbilissi mit anderen Kindern. Das zornige Mädchen nimmt die Rolle der Beschützerin ein und beschützt die Kinder, die im Internat leben, weil die Lehrerinnen mit den „Debilen“ offenbar überfördert sind. Einige von ihnen sind behindert, alle aber wurden sie im Stich gelassen von ihren Eltern. Lela hasst ihren Geschichtslehrer und möchte ihn umbringen, weil dieser sie vergewaltigt hat.

Im Hintergrund baut sie ein Verhältnis zu Irakli auf. Lela begleitet ihn in eine Hochhauswohnung in der Nachbarschaft, wo er einmal in der Woche mit seiner Mutter telefonieren kann. Die Mutter von Irakli lebt in Griechenland, aber Irakli will nicht wahrhaben, dass die Mutter nicht wieder in die Heimat zurückkehren wird, um ihn abzuholen.

Das Internat besorgt eine amerikanische Pflegefamilie für Irakli. Lela zwingt Irakli, Englisch zu lernen und sie unterstützt seine Hoffnung darauf, ein besseres Leben in Amerika zu haben. Eines Tages reist die Pflegefamilie aus den Südstaaten an und nachdem diese sich mehrere Tage das Land Georgien angeschaut hat, nehmen sie Irakli mit zum Flughafen, wohin er von seinen Freunden begleitet wird. Doch dort weigert er sich plötzlich nach Amerika zu fliegen und aus der gewohnten Heimat gerissen zu werden.

Nach der Vorstellung des Romans gab es eine kleine Diskussion über das Buch, in dem über die Verhältnisse im kleinen Georgien geredet wurde. Einige konnten sich nicht vorstellen, wie es in dem Internat zugegangen sein muss. Heute hat der Staat am Schwarzen Meer damit zu kämpfen, dass die jungen Menschen, also eigentlich die Zukunft des Landes, ins Ausland fliehen, um dort bessere Chancen zu erhalten. Dabei sind sie es, die das Land wirtschaftlich wiederaufbauen müssten.

Die nächste Buchvorstellung wird am 1. April wieder ab 18 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum stattfinden.

Text: Yolanda Palacios Stefan/ Presseagentur Die Knipser

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*