eCall: Wormser Feuerwehr technisch gerüstet Welche Vorteile bringt das neue System eCall mit sich? Das erfuhren nun die Einsatzbeamten der Wormser Feuerwehr im Rahmen einer kleinen Demonstration.

Frank Wulf und Alisa Beckerle vom Autohaus Pieroth (Hintergrund) lassen sich von Pascal Oswald (links) erklären, wie ein eCall-Notruf in der Feuerwehr-Leitstelle eingeht. Disponent Felix Gmeiner (sitzend) ist, wie seine Kameraden, bereits auf das neue System geschult. Foto: Stadt Worms

2,5 Millionen Verkehrsunfälle pro Jahr

Ein unachtsamer Moment, widrige Witterungsverhältnisse oder ein Tier auf der Fahrbahn, es knallt, das Auto schleudert in den nächsten Graben oder gegen ein Hindernis. Nach wie vor ereignen sich alleine in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Verkehrsunfälle pro Jahr. Im schlimmsten Fall sind die Insassen eingeklemmt oder aus anderen Gründen nicht mehr dazu in der Lage, einen Notruf abzusetzen. 

Deshalb hat die europäische Kommission im Jahre 2011 die Einführung von „eCall“ beschlossen. Seit dem 31. März 2018 sind alle Hersteller verpflichtet, Neuwagen (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) mit dem eCall-System auszustatten. 

ECall löst im Falle eines Unfalls automatisch einen Notruf an die einheitliche europäische Notrufnummer 112 aus, kann aber zudem auch manuell ausgelöst werden. Der Notruf geht automatisch in der nächstgelegenen Rettungsleitstelle ein.

Was passiert, wenn ein eCall-Notruf ausgelöst wird?

Die Wormser Feuerwehr hat sich bereits vor der offiziellen Einführung von eCall auf das neue System vorbereitet und ihre Einsatzbeamten entsprechend geschult. Doch was passiert, wenn ein eCall-Notruf ausgelöst wird? Das Wormser Autohaus Pieroth hat der Feuerwehr ein mit eCall ausgestattetes Fahrzeug zur Verfügung gestellt, um das Szenario live zu testen.

Bei einem schweren Unfall (wenn sich die Airbags öffnen) wird ein Notruf (eCall) an die Euronotrufnummer 112 ausgelöst; in diesem Fall geht der Notruf in der Wormser Feuerwehr-Leitstelle ein. Innerhalb von zehn bis 20 Sekunden wird eine Verbindung hergestellt und ein Minimaldatensatz an die Leitstelle übertragen. Auf dem Bildschirm sehen die Beamten die Koordinaten des Pkw mit ungefährer Fahrtrichtung, Antriebsart des Fahrzeugs und Fahrzeugklasse sowie die Fahrgestellnummer. Gleichzeitig baut eCall eine Sprachverbindung auf, für den Fall, dass ein Insasse des Unfallautos noch ansprechbar ist. Um Mobilfunklöcher zu umgehen, greift eCall für die Datenübertragung auf Satellitentechnik (GPS) zurück.

Die 112-Rettungsleitstellen müssen technisch aufgerüstet werden, damit sie den eCall-Mindestdatensatz (MSD) empfangen, auslesen und interpretieren können. In Worms ist diese Aufrüstung bereits im vergangenen Jahr erfolgt. Ziel von eCall ist, dass Rettungskräfte um bis zur Hälfte schneller am Unfallort sein können als bislang. Zudem sollen Folgeunfällen und lange Staus durch das System vermieden werden, indem die Rettungskette schneller in Gang gesetzt wird.

Text: Stadt Worms

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