Ein liebevolles Geschenk der Bürger an sich selbst Von Osthofen für Osthofen

Foto: Jannik Reinecke/ Die Knipser

„Hat er auch Danke gesagt?“, versichert sich die gewissenhafte Mutter der Einhaltung der Höflichkeit. „Ajo, hat er!“, brummt der auf einem im Strohhaufen positionierten Stuhl thronende Weihnachtsmann beschwichtigend. Von seinem Platz mittig des Osthofener Weihnachtsmarktes aus, hat er die braven und weniger artigen Kinder gut im Blick und kann auch die vielen, unterschiedlichen Stände erspähen.

Er erkennt die feinen Köstlichkeiten am Stand der Lebenshilfe. Neben Nudeln und verschiedenen Gewürzen, freuen sich die örtlichen Feinschmecker über selbstgebackene Plätzchen. Die Verkaufsbude des CCO läuft naturgemäß von selbst. Werden die Besucher vom Hunger oder vom Durst übermannt, gehen sie ganz einfach der Nase nach und lassen die Narren Glühwein und warme Speisen kredenzen. Vielleicht gibt es eine spontane Büttenrede mit auf die Hand. Für die Fußballer gibt es nur eine Jahreszeit und so bleiben sie ihrem Image treu und servieren einschlägig Wurst, Bier und Softdrinks. Auch in der kalten Weihnachtszeit finden sich viele Abnehmer für das kühle Blonde.

Auf die Kleinen gibt der Weihnachtsmann stets besonders acht und die Schüler der Integrierten Gesamtschule in Osthofen unweit des Weihnachtsmarktes geben Anlass zur Freude. Sie stehen fleißig selbst mit hinter der Theke und kontern die kalten Temperaturen mit heißen Kartoffelpuffern und süßem Apfelmus. Auch die beiden Kindergärten Arche Noah und Zauberstein zeigen sich unter Santa Claus’ Aufsicht von ihrer besten Seite und bieten selbstgebastelte dekorative Artikel im weihnachtlichen Kontext. Viele der jungen Besucher tummeln sich außerdem um einen eigens für sie angelegten Bereich. Hier wird gemeinsam gebastelt und die Gesichter werden in beliebten Motiven bemalt. Nicht selten werden die unzähligen freundlichen Gespräche vom kurzen herzhaften Kinderlachen übertönt.

Einen Eindruck vom Geschmack der Stadt liefert die örtliche Imkerei, die ihren Honig feilbietet. Gleich „ein Stück Osthofen“ lässt sich am Stand der Goldschmiede erwerben. Von Osthofen für Osthofen, scheint das Motto des besinnlichen Volksfestes zu sein. „Gestern hat der KMV gespielt und heute das Wonnegauer Blasorchester“, erzählt die erste Vorsitzende Gabriele Naumann am Stand der TGO und kann den Eindruck indes bestätigen. Mit nur einer einzigen Ausnahme handelt es sich nahezu vollständig um städtische Vereine und Institutionen. Auf der diesjährigen Osthofener Weinmeile entdeckte die Vorsitzende eines der größten Vereine in der Region die quadratischen bunten Kissen. Sie wurde neugierig und das Konzept konnte überzeugen. Psychisch und physisch beeinträchtigte Menschen in entsprechenden sozialen Einrichtungen stellen die gemütlichen Einzelstücke her und knüpfen dabei selbst den roten Faden für ihr Leben. Darüber hinaus sind die Herstellungsverfahren sowie die Verpackungen umweltfreundlich gestaltet, sodass ein rundum faires Produkt entsteht.

„Insgesamt haben wir mehr Stände und mehr Besucher als letztes Jahr“, freut sich Gabriele Naumann über den Erfolg, weiß aber auch um die zuletzt geschehene, lange Unterbrechung der Tradition. Der Osthofener Weihnachtsmarkt war bereits einmal verschwunden. „Die Manpower ist das Problem!“, nach wie vor. Gabi Naumann hofft, für die nächste Zukunft ein System wechselnder Verantwortung zu etablieren, sodass sich die Planungslast auf die verschiedenen Institutionen verteilt. Wir hoffen, auch in den kommenden Jahren noch auf ein besinnliches Beisammensein der Menschen in der unmittelbaren Vorweihnachtszeit. Schließlich bleibt der Osthofener Weihnachtsmarkt zuallererst eines – ein liebevolles Geschenk der Bürger an sich selbst.

Text: Dennis Maus/ Presseagentur Die Knipser

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