Erster Jugendtheatertag am 27. Mai im Wormser Theater Jugendliche zeigen ihre Theaterarbeiten/Fachjury ermittelt Sieger/Eintritt ist frei

Beim ersten Wormser Jugendtheatertag präsentieren junge Theatergruppen am 27. Mai ab 19 Uhr einen vielfältigen, spannenden Abend im Wormser Theater. Vier Gruppen stellen sich mit Auszügen aus aktuellen Stücken einer Fachjury aus Theaterschaffenden, die am Ende des Abends einen Sieger kürt. Mit dabei sind das Gauß-Gymnasium Worms, das Geschwister-Scholl-Gymnasium Ludwigshafen, das Hannah-Arendt-Gymnasium Haßloch und die Theatergruppe NEON! des Neustadtzentrum Mainz. Das Themenspektrum der Präsentationen reicht von einer Krimi-Komödie über aktuelle Auseinandersetzungen mit Themen wie der Bücherverbrennung oder dem politischen Widerstand bis hin zur experimentellen Musiktheater-Performance. Die Gewinnergruppe darf in der kommenden Saison ein abendfüllendes Stück im Wormser Theater aufführen. Interessierte sind herzlich eingeladen, den Theaterabend bei freiem Eintritt mitzuerleben. Weitere Informationen findet man unter www.das-wormser.de.

Die Teilnehmer
Jüngste Gruppe ist die Theater-AG des Gauß-Gymnasiums Worms. Die zehn bis fünfzehnjährigen Schüler präsentieren Auszüge aus der Krimi-Komödie „Manche mögen’s messerscharf“ von Christian Steinwasser. Ob es Butler Johann und der forschen Kriminalbeamtin, dem gewitzten Kriminalassistenten Hugo Geist und den zwei tütteligen Tanten des Verstorbenen gelingt, den skrupellosen Mörder des Baron Ansgar von Herrschershausen zu überführen?
Der Darstellendes Spiel-Kurs des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Ludwigshafen mit Spielern zwischen 16 und 17 Jahren zeigt eine theatrale Auseinandersetzung mit den Namensgebern ihrer Schule: „Gestern und heute – Die Geschwister Scholl“. Von der im Klassenzimmer angesiedelten Gegenwart wechseln kontrastierende Szenen in die Zeit des NS-Regimes, in der das Leben der unter der Unterdrückung leidenden Menschen dargestellt wird. Dabei ändern sich nicht nur die Zeitebenen, es vermischen sich auch harte Realität und Humor.
Auch der Darstellendes-Spiel-Kurs des Hannah-Arendt-Gymnasiums Haßloch befasst sich mit der Zeit des Nationalsozialismus. In der Collage „Ein Vorspiel nur“ werden Szenen um die Bücherverbrennung und die Reichspogromnacht interpretiert. Die geschichtlichen Ereignisse wurden zu Denkanstößen für eine kreative Auseinandersetzung mit Formen von Diskriminierung, Terror und gewalttätigen Übergriffen, wie sie bis heute in Deutschland und in anderen Ländern der Welt existieren. Die Texte entstammen historischen Quellen, beispielsweise Zeitungsartikeln, und dem Gedankengut der verfemten Autoren. Das Spieleralter liegt zwischen 17 und 19 Jahren.
Zu einer „Darbietung voll grotesker Schönheit“ lädt die Theatergruppe NEON! ein. Sie gehört zum Neustadtzentrum Mainz und bildet mit Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren altersmäßig den Abschluss des Abends. In ihrer experimentellen Musiktheaterperformance „Faust“ nach Johann Wolfgang von Goethe ergründet sie den zentralen Konflikt des Stückes zwischen Verlangen und Moral.

Hintergrund und Jury
„Den Jugendtheatertag haben wir zur Förderung der Theaterarbeit für und mit Jugendlichen ins Leben gerufen“, so Frank Schumann, Verantwortlicher im Projektmanagement des Wormser Kulturzentrums. „Er bietet kulturell interessierten Jugendlichen eine besondere Plattform, um sich zu vernetzen und auszutauschen.“ Und Sandra Zöllner, Assistentin der Theaterleitung, ergänzt: „Die jungen Theatergruppen bekommen hier die tolle Möglichkeit, ihre Arbeiten einem breiten Publikum vorzustellen.“ Dem Aufruf vom vergangenen Jahr waren Darstellendes Spiel-Kurse, Theater-AGs und freie Gruppen gefolgt.
Die Fachjury, die am 27. Mai den Sieger kürt, besteht aus Astrid Perl-Haag, Leiterin der Theatergruppe Nibelungenhorde e. V., Christian Mayer, Regisseur der Theatergruppe Szene 9 und Kirsten Zeiser, Leiterin der Freilichtbühne „Theater im Museumshof“.

Text: KVG Worms