Feiern mit „Konfetti in der Blutbahn“ – Neue Kampagne der Polizei RLP vorgestellt Die Polizei und Pressevertreter versammelten sich am Donnerstagmittag im Jakob-Steffan-Saal des Polizeipräsidiums Mainz.

Foto: Polizei

Das Jahr 2019 hat so langsam Fahrt aufgenommen und zu allererst steht in Rheinland-Pfalz wieder die Fastnachtszeit an, die sich von Januar bis Anfang März im ganzen Land auf hunderten Veranstaltungen feiern lassen wird. Die Vorbereitungen auf die Hochphase der fünften Jahreszeit wird auch wieder für die Polizei Rheinland-Pfalz eine „personelle Herausforderung“ sein, wie Innenminister Roger Lewentz auf der Pressekonferenz sagte. Weit über 100.000 Menschen wollen im ganzen Land friedlich miteinander feiern, wozu die Polizei gemeinsam mit dem Landeskriminalamt eine Kooperation mit Oliver Mager, dem Mainzer Songschreiber und Sänger eingegangen ist. Das Lied „Konfetti in der Blutbahn“ ist das perfekte Lied dafür. Ziel der Kampagne ist es, Feiernde zum Nachdenken anzuregen und mit gezügeltem Alkoholkonsum die Karnevalszeit zu einer Zeit ohne Grenzüberschreitungen zu machen.

Die Hauptzielgruppe sind die Jugendlichen. Allein im letzten Jahr seien 691 alkoholisierte Jugendliche in Rheinland-Pfalz durch Delikte auffällig geworden, bei denen die Polizei einschreiten musste. Dabei waren Belästigungen, Streitereien, Pöbeleien und Körperverletzungen an der Tagesordnung. Zudem soll, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu wahren, Trunkenheit am Steuer und die damit verbundenen teils schwerwiegende Verkehrsunfälle vermieden werden. Zwischen Januar und Oktober 2018 gab es laut statistischem Bundesamt 142 Verkehrstote und 16493 Verletzte in Folge von Verkehrsunfällen insgesamt 16635 Verkehrsunfällen in Rheinland-Pfalz. Sehr viele passierten wegen Trunkenheit am Steuer. Alkoholisierte Jugendliche seien sehr oft die Verursacher von Verkehrsunfällen.

Da diese, so Roger Lewentz, an einem Großteil der Alkoholdelikte beteiligt sind, richte sich die 6000 Euro teure Aktion hauptsächlich an sie. Natürlich sollten sich alle Menschen durch „Konfetti in der Blutbahn“ angesprochen fühlen, antwortete Lewentz sinngemäß auf die Frage, ob das Lied auch an andere Aktionen gerichtet sei. Das Lied passe so gut, weil es eben nicht speziell auf die Mainzer abgestimmt ist, sondern ganz Deutschland ansprechen soll, was auch raus zuhören ist. In einer Passage heißt es: „Ich will schunkeln – von Kiel bis Oberaargau“. Ein weiterer Pluspunkt sei, dass das Lied auf Hochdeutsch und nicht auf rheinhessisch gesungen wird, sodass es auch wirklich jeder verstehen kann.

In Form von Plakaten, die von der Polizei Rheinland-Pfalz entwickelt wurden, soll das Motiv in möglichst vielen Sitzungssälen und in Schulen aufgehängt werden. Außerdem sei das Werbematerial bereits an alle Polizeidienststellen verteilt worden. Mit dem Mainzer Carneval Verein, der den alljährlichen Rosenmontagsumzug veranstaltet, und mit der Mainzer Fastnacht e. G., der über 20 Vereine angehören, haben die Entwickler der Kampagne große Vereine bzw. Organisationen als Unterstützer hinzugewonnen. In der Landeshauptstadt werde das stadtnahe City-Plus Marketing außerdem für die Veröffentlichung sorgen. Kleinere Vereine sind ebenfalls herzlich eingeladen, teilzunehmen. Als gutes Beispiel geht der „Fastnachtsverein PV Grün-Weiß voran, der das Motiv sogar in seine Programmhefte drucken lässt“, schreibt Roberto in einer Pressemitteilung.

Wer die Aktion unterstützen will, kann auf der Internetseite https://www.polizei.rlp.de/de/die-polizei/dienststellen/polizeipraesidium-mainz/fastnachts-kampagne-2019/ Plakate in allen möglichen Formaten herunterladen. Diese stehen zur freien Verfügung und dürfen auf allen Webseiten platziert werden.

Im Rahmen der Kampagne hat die Polizei das Motto „Respect the Limit“ (wörtlich: „Respektiere die Grenze“) herausgearbeitet. Mit Gummiarmbändern, Infokarten und Ansteckpins wollen die Beamten die Leute darauf hinweisen, auf sich selbst und die anderen aufzupassen und dabei einen sicheren Heimweg zu wählen. „Laufen wir zusammen heim?“ steht auf einer Karte. Auf einer weiteren steht „Wollen wir uns ein Taxi teilen?“. Es geht darum, Respekt gegenüber den Einsatzkräften der Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei von den Menschen einzufordern und wiederzuerlangen. Gewalt, Beleidigungen und das Gaffen, sowie das Behindern der Lebensretter stehen leider an der Tagesordnung und müssen in Zukunft aufhören. Vor allem mit Hilfe der sozialen Medien sollen diese Regeln in die Welt kommen.

Abschließend sollte gesagt sein, dass das Feiern mit anderen Menschen, egal, ob auf der Fastnacht oder auf anderen Festen auch mit Alkohol gewollt ist. Schließlich wird Rheinland-Pfalz durch den Weinbau geprägt. Der Wein macht das Bundesland aus. Solange alles in einem friedlichen Rahmen abläuft und den Einsatzkräften und jedem anderen unschöne Szenen erspart bleiben, ist das Ziel erreicht.

Helau!

Text: Bjarne Dimmler/ Presseagentur Die Knipser

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