Gespräch Ministerrat-BASF Landesregierung und BASF wollen Standort nachhaltig stärken

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Von der Abladeoptimierung am Mittelrhein bis hin zum Kampf gegen den Plastikmüll – bei der gemeinsamen Sitzung des rheinland-pfälzischen Ministerrats mit dem Vorstand der BASF in Ludwigshafen ging es um wichtige Themen für das Land und seinen größten Arbeitgeber.

Bei ihrem letzten gemeinsamen Gespräch im vergangenen März hatten die Landesregierung und die BASF eine engere Zusammenarbeit bei der Förderung von Mädchen in den naturwissenschaftlichen MINT-Fächern vereinbart. Gemeinsame Ziele sind dabei insbesondere die Förderung des Lernens in MINT-Fächern, eine praxisnahe Berufs- und Studienorientierung sowie Maßnahmen zur Digitalisierung in Bildung und Ausbildung. „Beide Seiten arbeiten hier mit hohem personellen Aufwand und großem Engagement zusammen. Deshalb hat die Kooperationsvereinbarung schon nach kurzer Zeit eine ganze Reihe von konkreten Maßnahmen hervorgebracht“, erläuterte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. So sei das Pilotprojekt „Digitalisierung in der dualen Ausbildung“ bereits im vergangenen Sommer erfolgreich gestartet. Zudem arbeiteten gemeinsame Projektgruppen an Strategien zur Umsetzung des Bildungsprojektes „IT2School-Gemeinsam IT entdecken“ im Sekundarbereich I sowie an dem Bildungsprojekt „Kinder entdecken Technik“.

„Wir machen BASF fit für die Zukunft und haben deshalb unsere Unternehmensstrategie weiterentwickelt. Dabei haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt,“ erklärte der BASF-Vorstandsvorsitzende Dr. Martin Brudermüller. „Wir wollen wachsen, ohne unsere Treibhausgasemissionen zu steigern. Unser Stammwerk in Ludwigshafen ist bei unserer Wachstumsstrategie von zentraler Bedeutung. Als größter Standort ist Ludwigshafen auch Vorbild für die BASF-Gruppe, wenn es um Exzellenz im Betrieb unserer Anlagen und die Entwicklung digitaler Technologien geht. Uns ist es wichtig, dass wir mit der Politik an einem Strang ziehen, damit die Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit stimmen. Nur so können wir unseren Beitrag zum Wohlstand für die Region leisten.“

Als wichtigen Faktor für den Erfolg der BASF nannte Vorstandschef Brudermüller die Anbindung des Standorts Ludwigshafen an die verschiedenen Verkehrsträger. Rund 40 Prozent aller eingehenden Transporte werden über das Schiff abgewickelt. Das Niedrigwasser in diesem Sommer habe die Transporte extrem erschwert und die Versorgungssicherheit der Industrie gefährdet. Verkehrsminister Dr. Volker Wissing bekräftigte seine Erwartung, dass der Bund die geplante Abladeoptimierung am Mittelrhein möglichst schnell realisiere. „Es ist notwendig, die Bundeswasserstraße Rhein leistungsfähig zu halten. Das Niedrigwasser im vergangenen Jahr 2018 hat gezeigt, welche Folgen für Wirtschaft und Verbraucher entstehen, wenn die Transportleistung des Rheins einbricht. Durch die Beseitigung dieses Engpasses können Schiffe rund 200 Tonnen mehr Ladung transportieren. Das entspricht 10 bis 15 beladenen LKW. Damit verringert die Abladeoptimierung Transportkosten, entlastet die Straßen und bringt Versorgungssicherheit“, erläuterte der Verkehrsminister.

Verbesserungen auf der Schiene habe es vor allem für die Pendler gegeben, etwa durch die Inbetriebnahme der S-Bahn zwischen Ludwigshafen Hauptbahnhof und dem Haltepunkt BASF-Nord im Dezember 2018. Zudem seien die drei auf dem Werksgelände der BASF bereits vorhandenen Bahnstationen ausgebaut worden.

Sowohl für die Landesregierung als auch für die BASF sind die Reduzierung und das Recycling von Kunststoffen ein wichtiges Thema. Umweltministerin Ulrike Höfken informierte über den Runden Tisch zur EU-Kunststoffstrategie, an dem Vertreterinnen und Vertreter der Kunststoffproduktion und -verarbeitung, Entsorger, das Umweltbundesamt und Brancheverbände teilnehmen: „Am Runden Tisch konzentrieren wir uns im Vorfeld des Gesetzgebungsverfahrens auf diejenigen Maßnahmen, die zu einer Reduzierung von Kunststoffen in der Umwelt beitragen. Der Innovationskraft von Unternehmen wie der BASF kommt eine große Bedeutung zu. Es ist unser Ziel, mit allen Beteiligten der Kreislaufwirtschaft ein Weniger an Rohstoffen und ein Mehr an Recycling zu erreichen“, so die Umweltministerin. Diesen Ansatz verfolge die Landesregierung auch bei der Wärmewende. „Wir müssen unsere Anstrengungen für Klimaschutz intensivieren, dazu zählen gerade auch energie- und wärmeintensive Industrien. Die BASF hat in der Vergangenheit schon sehr viel konsequent umgesetzt. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, braucht es große Anstrengungen und Innovation – hier verfolgen wir mit der BASF gemeinsame Anliegen, um die bundespolitischen Rahmenbedingungen für die Energiewende zu verbessern.“

Text: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz