Im Gespräch mit Florian Thiel Mitbegründer von „Friends for Afrika“

Fotos: Florian Thiel

In seinen sozialen Medien heißt es, dass er sich für Menschen und die Natur einsetze und in diesem Sinne Waisenhäuser besucht oder Bäume zum Erhalt der Natur pflanzt. Wir wollten mehr über das in Osthofen sitzende Projekt wissen und luden ihn in unsere Redaktion.

„Ist Friends for Afrika ein privates Projekt?“

„Ja, das ist ein Privatprojekt, das von Eliud Kiarie und mir ins Leben gerufen wurde. Eliud Kiarie ist gerade noch in Afrika, ich bin erst vor einigen Tagen zurückgekommen. Eliud lebt in Deutschland und hat sich nun drei Monate freistellen lassen, um das Ganze zu leiten.“

„War es für Sie das erste Mal in Kenia?“

„Eliud war schon öfters in Kenia, er ist ja dort geboren. Aber für mich war es der erste Aufenthalt dort.“

„Wie ist es zu dem Projekt gekommen?“

„Ich erzähl‘ am besten mal von Anfang an: 2016 war ich zuerst in Costa Rica – dort hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Da lag ganz viel Plastikmüll am Strand und im Wasser. Das war so eine Zeit, in der ich mich darüber aufgeregt habe, warum überall Plastikmüll liegt oder dass so viele Bäume gefällt werden. An diesem Tag habe ich mich dazu entschlossen, mich nicht mehr aufzuregen, sondern aktiv zu werden. In der Zeit, in der ich mich aufrege, kann ich nämlich auch etwas machen. Da habe ich mir den Rucksack geschnappt und bin am Strand entlanggelaufen und habe Plastik eingesammelt. Nach Costa Rica bin ich dann aufgrund von Freunden nach Westafrika, Guinea, geflogen. Zuvor hatte ich in Deutschland Geschenke besorgt und diese über Weihnachten bei den Kindern in Guinea verteilt.

2017 habe ich mich drei Monate freistellen lassen, um nach Ecuador (Peru) zu reisen und dort ehrenamtlich für eine Tierauffangstation am Amazonas zu volontieren. Wir mussten erst mal stundenlang mit dem Kanu zum Einsatzort fahren. Da haben wir dann zusammen mit den Einheimischen Tierbabys aufgenommen, aufgepäppelt und am Ende wieder ausgewildert. Viele Tierbabys hatten ein Handicap, da sie irgendwo runtergefallen sind und sich etwas gebrochen hatten.

Der Grund warum ich das Projekt „Friends for Afrika“ gegründet habe, war, da leider vieles kommerzialisiert ist. Ich musste lange suchen bis ich eine Tierauffangstation gefunden habe. Die war auch nicht in Deutschland, sondern in Ecuador. Man musste lange suchen bis man eine passende Organisation gefunden hatte. Für zwei Wochen verlangen viele Institutionen bereits 600 Euro. Bei vielen muss man aus der eigenen Tasche zahlen und die behalten dann leider häufig das Geld selbst und helfen nicht. Das war der Grund, weshalb ich mir etwas Eigenes aufbauen wollte. Zu dem Zeitpunkt hatten dann auch Eliud und ich die Bekanntschaft gemacht. Mein Traum war es immer, etwas Eigenes zu gründen. Dass es so schnell geht – innerhalb von einem Jahr – hatte ich auch nicht gedacht. Dann haben wir nach meiner Rückkehr mit Eliud zusammengesessen und sind schnell darauf gekommen, dass wir etwas Gemeinsames gründen wollen.“

„Ist Ihnen irgendetwas besonders wichtig geworden? Sie hatten jetzt bereits den Umweltschutz erwähnt, vor allem Plastik, aber auch im Kontakt zu den Menschen?“

„Was mich als Umweltschützer prägt: Ich gehe nicht ins Ausland um den Kindern Geschenke zu machen – das ist im Endeffekt nur Plastik. Ich möchte, dass sie auch was von alleine erreichen. Viele Organisationen teilen Brot aus und verschwinden dann und die Menschen haben dann nichts mehr davon. Wir probieren Bäume zu pflanzen, damit das Wasser zurückkommt und die Trockenheit bekämpft werden kann. Na klar ist das erst mal nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber ich denke mir, dass wenn jeder nur ein bisschen was tut oder nur probiert, kann man etwas verändern. Meistens steckt man damit dann auch andere Menschen an. Die sehen das dann und denken um. Klar, die erste Zeit wird man von der Seite angeschaut. Die Einheimischen denken sich, dass es die ganze Zeit schon so mit dem Müll gelaufen ist und warum sollte sich jetzt etwas ändern. Aber wenn dann ein Ergebnis da ist, z.B. der Baum dann irgendwann Früchte trägt, dann haben die Menschen was davon.“

„Ist das Empfinden für Umweltschutz Ihrer Erfahrung nach also nicht so stark ausgebildet?“

„Also die Stadtleute interessiert das nicht. Aber es gibt auch Öko-Bauern, die sich mit dem Thema mehr beschäftigen. Diese Bauern haben es mir ans Herz gelegt, mich mehr mit dem Thema Umweltschutz zu beschäftigen. Man muss wissen, dass es in Afrika bereits einige soziale Projekte gibt, die Umwelt muss aber in gleicher Weise mit geschützt werden. Es muss eine Mitte geben. Natürlich wollen wir die Menschen auch unterstützen. Wir wollen den Menschen erklären, was Plastik verursacht, wofür Bäume da sind, etc.“

„Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?“

„Generell wünsche ich mir ein Umdenken der Menschen. Dass wir auch hier in Deutschland besser mit Plastik umgehen. Mein Ziel wäre es, dass die ganzen Probleme behoben werden.“

„Dann sind Sie also ein Optimist?“

„Ich schaue auf jeden Fall realistisch in die Zukunft, bin aber auch optimistisch, dass wir mit unserem Projekt etwas erreichen können. Wenn ich denke, dass etwas sowieso nicht zu retten ist, kann ich es auch gleich sein lassen.“

„Für die Zukunft ist Ihre Vision die Welt ein bisschen zu verbessern?“

„Ja, am liebsten die Welt retten, aber das kann ich nicht alleine.“

Das Projekt „Friends for Afrika“ ist nicht nur ein gemeinnütziges Projekt, sondern ein Herzensanliegen, mit dem Eliud Kiarie und Florian Thiel ihren Teil für ein gemeinschaftlicheres Zusammenleben und den Schutz der Natur leisten. Für alle, die mehr über „Friends for Afrika“ erfahren möchten oder sogar Teil des Teams werden möchten, stehen auf der Facebook- sowie der Instagram-Seite weitere Informationen und konkrete Eindrücke zur Verfügung.

Das Interview führte Katarina Schröder/ Presseagentur Die Knipser

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