In Osthofen gibt es kein Verkehrsproblem… …für 80% der Bürger

Fotos: Jannik Reinecke/ Die Knipser

Vermutlich dürfte es aber stimmen: Wer nicht in der Hauptverkehrszeit in der Friedrich-Ebert-Straße (FES) oder Herrnsheimer Straße im Stau steht oder an einer der Hauptverkehrsstraßen oder der Bahnlinie vom Lärme geplagt wird, für den ist die Verkehrsproblematik weit weg. Und genauso weit weg ist Einsicht und Unterstützung.

Die Behinderung in FES ist bekannt. Die Autofahrer hangeln sich von Lücke zu Lücke, verursachen ordentlich Lärm und ob die Höchstgeschwindigkeit von 30km/h eingehalten wird darf getrost bezweifelt werden.

Die Forderung aus der Osthofener Zeitung vom November letzten Jahres nach einem Parkverbot in der Hauptverkehrszeit unterstütze ich voll. Sehr angenehm war es an einem Vormittag im letzten Sommer. Kein parkendes Auto behinderte den Verkehr und die fahrenden Autos bewegten sich langsam und leise.

Fotos: Jannik Reinecke/ Die Knipser

Wenigstens für den Teil der FES zwischen Kleiner Kirche und Salzgasse ist Abhilfe in Sicht.
Anstelle des ehemaligen Textilhauses Katzenwadel wird ein Parkplatz entstehen. Die Parkplatze auf der FES sollen dann wegfallen und der Verkehr hindernisfrei rollen.

Bereits jetzt hat sich aber von der Bevölkerung weitgehend unbemerkt am Kreisel eine Verkehrsdichte ergeben, die zwischen sieben und acht Uhr morgens den Verkehr zeitweise zum Erliegen bringt.
Diese Verkehrsdichte sorgt für Rückstaus in der Wonnegaustraße, die sich mittlerweile zur gern genutzten Alternative von der B9 zum Autobahnzubringer entwickelt hat.
Aber vor allem staut es sich in der Herrnsheimer Straße. Hier reichen die Rückstaus in Ausnahmefällen vom Kreisverkehr bis an die Schillturmhalle.

In Spitzenzeiten passieren mehr als hundert Fahrzeuge in vier Minuten die Herrnsheimer Straße in Höhe Bushaltestelle in beide Richtungen, wobei der etwa dreiviertel auf den auswärtsfahrenden Verkehr entfällt.

Während um kurz nach sieben oder kurz vor acht Uhr der Verkehr deutliche Lücken aufweist bringt um halb acht jede Rotphase der Fußgängerampel oder eine einfache Fußgängerüberquerung am Kreisel den Verkehr immer deutlich zum Erliegen.

Durch die Erstellung der Schule muss mit mehr Verkehr und vor allem deutlich mehr Fußgängerüberquerungen (Rotphasen) gerechnet werden. Welche Auswirkungen dies haben wird, kann ansatzweise am BIZ in Worms beobachtet werden. Hier kann man nur noch schwer den Kreisel in Richtung südliche Bebelstraße befahren, da hier immer Schüler und Schülerinnen in geringen Abständen die Straße queren. Bei der Fußgängerampel vor der Schule ergibt sich eine längere Standzeit, weil die Rotphase die Menge der Schüler nicht abdecken kann. Mit Vergleichbarem in Osthofen in verstärktem Maße muss gerechnet werden.

Es stellt sich hier neben der Aufgabe Schüler sicher über die Straße zu bringen, ohne den Verkehr über Minuten völlig zum Erliegen zu bringen, natürlich auch die grundsätzliche Frage: Wie muss die Zufahrt oder die Zufahrten ausgeführt sein um den Eltern und vor allen den Bussen eine sichere Nutzung zu gewährleisten?

Hier eine Lösung zu finden wird in naher Zukunft den Stadtrat und die Verwaltung beschäftigen.

Foto: Jannik Reinecke/ Die Knipser

LKW Durchgangsverkehr: Die in der Novemberausgabe geäußerte Vermutung, dass alle LKWs aus Osthofen und den Nachbargemeinden stammen, teile ich nicht und selbst wenn es so wäre ergibt sich dadurch kein Durchfahrtsrecht.

Der beste Lärmschutz ergibt sich nicht nur durch eine intakte Fahrbahnoberfläche (die Erneuerung der Herrnsheimer Straße wird in diesem Jahr noch nicht stattfinden) sondern auch durch Kontrollen. Die schlimmsten Lärmverursacher sind die sehr wenigen lauten Kleinmotorräder und Quaids. Einige sind so laut, dass man sie in der Herrnsheimer Straße, Höhe Festplatz, im Sommer bei offenem Fenster erst dann nicht mehr hört wenn sie hinter der Zubringerbrücke verschwinden.
Vorschriftsmäßig ist das sicher nicht und hier würden einige gezielte Kontrollen sehr schnell Abhilfe schaffen.

Die Aufstellung von Blitzgeräten kann sich sehr positiv auswirken (Herrnsheimer Straße), kann aber auch ein Schlag ins Wasser werden (Wonnegaustraße, inzwischen wieder abgebaut).
Der Wunsch nach Blitzgeräten durch die Verkehrsbürgerinitiative wurde sehr schnell vom Stadtrat übernommen und umgesetzt. Bei der Umsetzung hat man die Betroffenen aber leider nicht mehr gefragt, sondern sich auf irgendwelche dubiosen Messungen und Annahmen verlassen.
Die Blitzanlage der Wonnegaustraße hätte in der Rheinstraße weit besser genutzt.

Wenn Sie Wünsche, Forderungen oder Verbesserungsvorschläge haben, sprechen Sie uns an.
Die Stadträte des Bürgervereins Wonnegau treffen Sie am besten bei den Veranstaltungen am Eichhäuschen.

Text: Bernhard Furch /Bürgerverein Wonnegau

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