Soroptimistisch in die Zukunft

Ein gut gelungener Einblick in die Sportart Golf und eine Spende machten das Ereignis zu einer positiven Erfahrung. Foto: Mirco Metzler/ Die Knipser

Der goldene Oktober scheut noch vor dem weitläufigen Green. Herbstliche Dekoration auf der Terrasse und einzeln abgeworfene hellgelbe Blätter sind erste Hinweise auf den erwarteten Jahreszeitenwandel. Gerade noch rechtzeitig also für die feierliche Spendenübergabe auf dem Fairway. Bereits zum dritten Mal veranstalteten der Golf Club Worms und der Förderverein Soroptimist International Club Worms das alljährliche Benefizturnier auf der 9-Loch Anlage in Eich. Eine golfreife Variation des Volkssports Beerpong oder der etwas andere Abschlag mit dem Badmintonracket zeugen von einem niedrigschwelligen Einstieg und einem Ansatz, der den Spaß in den Vordergrund stellt. Ob der heiteren Stimmung kam eine stolze Summe von 3 000 Euro zusammen, bestehend aus Teilnahmegebühren, dem Erlös der Tombola und weiteren großzügigen Spenden.

„Die Freude war übergroß!“, erinnert sich Helene Centner, die Leiterin des Frauenhauses in Worms an das Telefonat mit Brigitte Oßwald, der Präsidentin der Soroptimistinnen in Worms. In den ersten beiden Jahren der Veranstaltung flossen ähnlich hohe Spendensummen noch an das Warbede Frauenzentrum, die sich gegen sexualisierte Gewalt an Frauen engagieren. Nun soll auf die häusliche Gewalt aufmerksam gemacht werden, die nach wie vor viel zu häufig geschieht. Im letzten Jahr kamen bundesweit fast 150 Frauen durch gewalttätige Ausbrüche ihrer Väter, Brüder und Ehemänner im eigenen Zuhause ums Leben. Unzählige weitere Fälle nahmen ein weniger fatales Ende und die Dunkelziffer muss nochmal ungleich höher liegen, bedenkt man die zahlreichen Frauen, denen der Mut oder die Mittel fehlen um sich zu lösen und deren Schicksal wohl undokumentiert bleibt. Die Novellierung der lange unklaren Rechtslage zur familieninternen und häuslichen Gewalt hierzulande mündete in die Verabschiedung des Gewaltschutzgesetzes. Doch auch die neuerliche rechtliche Ausgestaltung vermochte leider keine spürbare Abhilfe zu schaffen, wie Helene Centner von der täglichen Arbeit berichtet: „Angesichts der anhaltend prekären Situation auf dem Wohnungsmarkt, hat sich die Verweildauer in unserem Haus sogar nochmals erhöht.“ Aktuell sei die Einrichtung wieder vollbesetzt. Um den Einwohnern weiter eine kinderfreundliche und erholsame Umgebung zu schaffen, soll das Spendengeld für die Umgestaltung der Gartenanlage eingesetzt werden. Ein Fahrradparkour für die Kleinen und ein Kräutergarten zur praktischen Verwendung sind in Überlegung.

Bei der feierlichen Schecküberreichung kommt zusammen, was zusammen gehört. Schließlich steht die konsequente und fortgesetzte Frauenförderung auf der Agenda des Soroptimist Clubs in Worms und weltweit. Rund um den Globus engagieren sich 90 000 weibliche Mitglieder in der internationalen Organisation berufstätiger Frauen. Mit 6 000 Angehörigen ist die Bundesrepublik ein bedeutender Standort, davon 30 in Worms. Die Damen bringen unterschiedlichste professionelle Hintergründe in den Verein. Nebst einer Hebamme und einer Sozialarbeiterin gesellen sich auch eine Richterin und eine Staatsanwältin zur Runde. Auch handwerkliche Berufsbilder sind durchaus vertreten. „Der Einkommensfaktor spielt bei uns keine Rolle“, betont Brigitte Oswald an dieser Stelle. Der karitative Zweck zähle und so fördert die Organisation viele gemeinnützige Projekte in der Region. Dazu zählt auch der Gesundheitsladen in Worms. Dort können Menschen ohne Zugang zum Gesundheitssystem, etwa ehemalige Selbstständige, dennoch medizinische Versorgung und Medikamente erhalten. Das Mutter-Kind Haus Mirjam in Monsheim hingegen betreut schwangere Mädchen und junge Mütter. Auf den regelmäßigen internationalen Zusammenkünften werden zudem ambitionierte globale Ziele herausgearbeitet. So bemüht sich der Soroptimist Club auch um die überfällige Entgeltangleichung unter den Geschlechtern oder für die Beendigung der weltweiten weiblichen Beschneidung. Aktuell leben wohl 200 000 000 Frauen mit den nachhaltigen Folgeschäden dieser Maßnahme ohne jeglichen medizinischen Mehrwert.

Vielleicht sind die Damen dieser Welt gefragt, die Probleme einer noch immer männerdominierten Realität zu beheben. Vielleicht brauchen wir global mehr weibliche verantwortliche Positionen, um die zahlreichen testosteronindizierten Konflikte beizulegen. Ganz bestimmt jedoch, haben Frauen weltweit mit dem Soroptimist International Club einen gewichtigen Fürsprecher auf dem Weg zur endgültigen Gleichberechtigung.

Text: Dennis Maus/ Presseagentur Die Knipser

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*