Unter Geleit von Tschaikowsky und Prokofjew in das neue Jahr Das Wonnegauer Blasorchester e. V. Osthofen (WBO) beeindruckte anlässlich ihres Neujahrskonzertes, am 6. Januar 2019, mit kräftigen Klängen und versprühte in der evangelischen Bergkirche einen Hauch von Russland.

Wiedermal begeisterte das WBO bei seinem Neujahrskonzert in der Bergkirche. Foto: Jannik Reinecke /Die Knipser

Hoch oben auf dem Goldberg steht in der Dämmerung die Bergkirche. Glockenklänge leiten den Weg von ferne und bald sieht man durch die Bäume Licht aus den Kirchenfenstern dringen. Öffnet man dann die alte Holztür der Kirche und setzt einen Fuß über die Schwelle in das Gebäudeinnere, sieht man bereits Musiker vorne auf der Bühne sitzen. Sie halten in ihren Händen Instrumente und warten gespannt auf den Beginn des Konzertes, auf den sie sich schon lange vorbereitet haben.

Am vergangenen Sonntagabend, um 17 Uhr, lud das WBO in die evangelische Bergkirche Osthofen zu ihrem traditionellen Neujahrskonzert ein. Nach einleitenden Worten von Pfarrer Arndt, schloss sich der Moderator des Abends, Frank-Dieter Schuster, an und stimmte die Gäste auf den musikalischen Abend ein, der eben hier oben auf dem Goldberg einen besonderen Charakter hat. So gebe es nichts Schöneres als an Neujahr auf den Goldberg zu kommen und nicht nur hinunter auf die Stadt zu schauen, sondern auch zurück auf das vergangene Jahr blicken, so Frank-Dieter Schuster. Gerade dieser Rückblick sei in Zeiten der sozialen Medien immer schwieriger geworden. Viel häufiger verlieren Menschen sich in Whatsapp und Co. und vergessen die Teilnahme am realen Geschehen. Wie schön ist es dann, wenn die Kirche voll ist und sich Menschen die Zeit nehmen, sich von Klängen mitreißen zu lassen.

Die Russischen Klänge lockten viele Besucher an. Foto: Jannik Reinecke /Die Knipser

Die Musiker nahmen die Zuhörer nicht nur auf eine musikalische Reise mit, sondern viel mehr auf eine Reise nach Russland. Das Liedrepertoire umfasste Stücke bekannter russischer Komponisten, von Chatschaturjan bis Tschaikowsky, über Schostakowitsch und Prokofjew. Der Dirigent, Samir Müller, leitete die einheitlich gekleideten Musiker, die in Vollbesetzung 33 Mitglieder zählen. Das erste Stück des Abends, das „Russische Tagebuch“, verband Liedelemente aus verschiedenen traditionellen russischen Stücken. Es setze mit kräftigen Klängen ein und zeigte schnell, dass diese Musiker mit Charakter spielten, so wie es den russischen Kompositionen bedarf. Samir Müller dirigierte sein Orchester mit Leidenschaft und ließ damit die Dynamik der Lieder bis zu den hintersten Reihen erkennbar werden. Nach diesem Einstieg führte Frank-Dieter Schuster weiter durch das Programm und nahm erneut thematisch Bezug auf das Neujahr und die guten Vorsätze, die damit zusammenhängen können. Und eben diese Neujahrsvorsätze haben, dem wohl die meisten zustimmen werden, nur eine geringe Durchhaltequote. Vielleicht wäre es da eine Option persönlich aktiv zu werden und Abstand von den Medien zu nehmen, schlug der Moderator vor. Dieses Konzert sei dafür eine passende Gelegenheit, denn an diesem Abend gäbe es „Musik zum Anfassen“.

Neben dem zu Beginn aufgeführten „Russischen Tagebuch“, folgten unter anderem der „Säbeltanz“ und das musikalische Märchen „Peter und der Wolf“. Bei letzterem übernahm Sprecher Frank-Dieter Schuster die Rolle des „Erzählers“ und überzeugte das Publikum damit nicht nur von seinen Qualitäten als Moderator. Das letzte Lied des Abends lautete schließlich „The Nutcracker Swing“ und interpretierte die bekannten Melodien, des meist zur Weihnachtszeit aufgeführten Balletts, mit latein-amerikanischen Elementen.

Der Abend schloss schließlich mit Standing Ovations und entließ die begeisterten Gäste in eine neue Woche. Wer sich selbst einen Eindruck von dem Neujahrskonzert des WBO machen möchte, hat am 13. Januar 2019 in der ev. Kirche Bechtheim, um 17 Uhr, noch einmal die Möglichkeit dazu. Ansonsten kann man bei dem Frühjahrskonzert am 11. Mai 2019 erneut in den musikalischen Genuss des WBO kommen.

Text: Katarina Schröder/ Presseagentur Die Knipser

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