Wahlen rund um VG Wonnegau und Europa

Fotos: Mirco Metzler/ Die Knipser

Am 26. Mai gingen die Wahlen offiziell in die nächste Runde. Zu loben ist die erhöhte Wahlbeteiligung in diesem Jahr. In Rheinland-Pfalz ging es für die rund 3,1 Millionen Wahlberechtigten um das Mitbestimmen ihrer Regierung, egal ob es nun die Zusammensetzung des EU-Parlaments betraf oder die kommunalen Gremien. Die große diesjährige Wahlbeteiligung in Osthofen wurde insbesondere in den Grundschulen deutlich. Der große Menschenandrang erlaubte keine Zeit für kurze Verschnaufpausen. Selbst kurz vor dem Abschluss der Wahlen um 18 Uhr standen Menschen noch für die Wahlkabinen an.

Die Europawahl ganz allgemein
Insgesamt 40 Parteien standen bei der Europawahl zur Wahl. Die Zahl der Parteien ließ auch den Stimmzettel deutlich wachsen, der bereits eine gefühlte Länge von einem Meter aufwies. Alle Parteien traten mit einer gemeinsamen Liste für alle Bundesländer an. Nur die CDU entschied sich gegen diese Form.

Für die einen waren die Europawahlen ein Erfolgserlebnis, für die anderen ein deutlicher Schock. Einen großen Gewinn und mit aller Wahrscheinlichkeit eine große Überraschung gab es insbesondere für die Grünen. Mit knapp 20,5 Prozent besetzen sie erstmals bei einer bundesweiten Wahl den Platz der zweitstärkste Partei. Einen Zuschlag erhielt auch die AfD mit zusätzlichen 3,9 Prozent, die sie auf insgesamt 11 Prozent anhoben. Verluste gab es besonders bei der SPD. Mit 15,8 Prozent liegen sie anhand des amtlichen Endergebnisses auf dem dritten Platz hinter den Grünen. Hierbei handelt es sich um einen ganzen Verlust von 11,5 Prozent, den die SPD nun erst einmal verdauen muss. Die Union verlor derweil ebenfalls deutlich, doch mit 28,9 Prozent behalten sie ihre Stellung als stärkste Kraft. Die Linkspartei kam auf 5,5 Prozent, die FDP auf 5,4 Prozent. Ebenfalls vertreten ist die  „Die Partei“ mit 2,4 Prozent dieses Jahr.

Positiv zeichnete sich die  Wahlbeteiligung ab. Dieses Jahr erreichte sie ganze 61,5 Prozent und liegt im Vergleich zu der Europawahl 2014 deutlich höher. Somit zeigt sich, dass auch das Interesse an der Politik nun wieder zunimmt.

Ergebnisse der Kommunalwahlen RLP
Hinsichtlich der veröffentlichten Landesergebnisse zeigt sich bereits eine deutliche Reduzierung an CDU und SPD Wählern. Bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz erreichten CDU und SPD ein neues Tief. Die Christdemokraten erhielten folglich 31,0 Prozent der Stimmen, 7,6 Prozentpunkte weniger als 2014. Die SPD kam auf 22,6 Prozent – minus 7,2 Prozentpunkte. Als drittstärkste Kraft in den Stadträten, Gemeinderäten und Kreistagen stellten sich die Grünen mit einem Stimmenanteil von 16,2 Prozent heraus. Insgesamt also ein Plus von 6,7 Prozentpunkte.

Bei den Kommunalwahlen wurde die Zusammensetzung der Kommunalparlamente neu bestimmt. So ergaben sich in 2262 Ortsgemeinden, 30 verbandsfreien Gemeinden, 118 Verbandsgemeinden, 12 kreisfreien Städten, 24 Kreisen. Auch im Bezirk der Pfalz und die 450 Ortsbezirken erfolgte eine Neubestimmung.

 

CDU: Die Gewinner bei den Kreistagswahlen
Bei den Kreistagswahlen der VGV Wonnegau jedoch schnitt die CDU mit 29,2 Prozent am besten ab. Dicht gefolgt gab sich die SPD mit 24,6 Prozent auf dem zweiten Platz zufrieden. Doch zeigt sich im Vergleich zu 2014 hier ebenfalls ein Rückgang an Wählern der beiden Parteien. Zuvor erreichte die SPD nämlich 31,6 Prozent, die CDU 34,8 Prozent. Den größten Zuwachs erhielten folglich die Grünen und die AFD mit einem Zuwachs von jeweils 5,6 Prozent und 3,4 Prozent. Neu dabei sind dieses Jahr die ÖDP mit 2,1 Prozent.

 

Wahlen im Verbandsgemeinderat, unverändert wie zuvor
Die Wahlen für den Verbandsgemeinderat blieben vergleichsweise recht unverändert. CDU und SPD erhielten nur leichte Verluste von jeweils 7,4 Prozent und 4,8 Prozent. Neu mit dabei sind die Grünen mit ganzen 9,3 Prozent, dicht gefolgt vom Bürgerverein Wonnegau e. V. mit 7,2 Prozent, der lediglich 1,1 Prozentpunkte verlor. Auch die ÖDP zeigt sich nun mit 2,9 Prozent. Die FWG Wonnegau konnte sich um einen leichten Zuwachs von 2,3 Prozent freuen.

Stichwahl um den Landrat im Kreis Alzey-Worms

Die Wahl um den Landrat Alzey-Worms präsentierte ein interessantes Kopf-an-Kopf-Rennen. Das Resultat blieb jedoch ohne Gewinner: Heiko Sippel (SPD) und Markus Conrad (CDU) liegen mit nur 0,8 Prozentpunkten Differenz auseinander. Somit beginnt für beide Kandidaten nun der Eintritt in die Stichwahl.

Mit wachsamen Auge wurde der Verlauf der Wahlergebnisse von beiden Kandidaten verfolgt. Schlussendlich führten die Zahlen jedoch nun zu einer Stichwahl für Heiko Sippel und Markus Conrad. Für ihren gemeinsamer Konkurrent, Thomas Rahner, bedeutete das Ergebnis jedoch das Ende auf der Jagd nach dem Sieg. Dennoch hatte er sich gut geschlagen. Mit dem Ergebnis zeigte er sich trotzdem mehr als zufrieden. Für die Grünen könne sich das Ergebnis aufgrund der Lage durchaus sehen lassen.

Für die Kontrahenten bedeutet die Stichwahl insbesondere eine erneute Möglichkeit, die Wähler für sich zu gewinnen. Denn nur wer die größere Wählerschaft an seiner Seite hat, kann sich auch durchsetzen. Doch sollen nicht nur neue Wähler dazugewonnen werden: Die eigenen Wähler müssen zu einer erneuten Wahl inspiriert werden und somit den Kandidaten stärken. Die Vorgehensweisen beider Kontrahenten sind dabei nicht ganz unterschiedlich. Zunächst werden beide Kandidaten die Wahlen analyisieren. Insbesondere soll der große Wählerzuwachs der Grünen betrachtet werden und somit die Ursachen der Wählerwanderung gedeutet werden. Der Schwerpunkt jedoch liege definitv auf der Wählermobilisierung. Heiko Sippel möchte zudem noch stärker auf seine Wahlkampfthemen eingehen, die für ihn insbesondere das Klima betreffen. Mit Glück hat lediglich die Wahlempfehlung etwas zu tun.

Insgesamt zeigen sich sowohl Sippel als auch Conrad mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Die erfüllten Erwartungen sollen nun neuen Aufschwung geben, um sich motiviert wie nie, erneut in den Wahlkampf zu stürzen.

Die nächsten drei Wochen seien für beide Kandidaten nun entscheidend. Laut dem Endergebnis erhielt Heiko Sippel 41,2 Prozent der Stimmen, ganz dicht gefolgt von Markus Conrad mit 40,4 Prozent. Sobald der Sieger feststeht, darf dieser sich über zukünftige acht Jahre in diesem Amt freuen und somit die Nachfolge von Ernst-Walter Görisch antreten.

 

Thomas Goller wird erneut Bürgermeister der Stadt Osthofen

In Osthofen konnte sich Thomas Goller wieder als geeigneter Kandidat für das Bürgermeisteramt beweisen. Durch die erhaltenen 74,4 Prozent stand die Entscheidung bereits zügig fest. Jochen Piehl hingegen musste sich mit 25,6 Prozent geschlagen geben. Entsprechend gab es, nicht wie im Jahr 2014, ein regelrechtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Thomas Goller bedankt sich herzlich bei seinen Wählern und freut sich bereits auf viele weitere Projekte in der Stadt Osthofen.

Text: Nicole Deibel/ Presseagentur Die Knipser